
Quelle: NASA - widespread twilight zone detected around clouds
Globale Klimamodelle - Einfluss von Diskrepanzen bei Temperatur und Feuchtigkeit auf gekoppelte Wechselwirkungen in Klimaszenarien
Des öftern lesen wir dass Computermodelle, welche globale Klimaszenarien wiedergeben wie die 2 bis 8 Grad Erwärmung bis 2100*), mittels Wetterbeobachtungen laufend auf ihre Tauglichkeit getestet und abgestimmt werden. In diesem draft paper, datiert vom 6. Juli 2007, haben V. O. John and B. J. Soden von der ‘Rosenstiel School for Marine and Atmospheric Science’ (Universität von Miami) das neuste Messgerät beschrieben - den Atmospheric Infrared Sounder (AIRS), einen spektral hochauflöslichen Infrarot-Strahlungsmesser, welcher dazu entworfen wurde, ein vertikales Profil von Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung der Atmosphäre zu vermitteln, und zwar mit einer höheren Genauigkeit und Auflösung als herkömmliche Satelliten-Messgeräte. Mit Hilfe dieser neusten Technologie kam die Studie zu folgenden Schlussfolgerungen (Seite X-9):
“Die obigen Abstimmungen haben weitreichende Diskrepanzen zwischen einzelnen Klimamodellen festgestellt, wenn es um deren Fähigkeit geht, die jährliche, durchschnittliche Verteilung von Wasserdampf nach Klimazonen und Temperatur zu simulieren. Man muss aber bedenken, dass die Reaktion des Klimas auf Temperatur und Wasserdampf im Modell wiederum von den prognostizierten Störungseinwirkungen auf diese Bereiche abhängt und nicht von deren Zustand. [Dies macht die ganze Sache noch komplizierter, sic!]. Daher bleiben die Auswirkungen dieser Unsicherheiten auf die Brauchbarkeit eines solchen Modelles zwecks Studien zum Klimawandel fraglich.”
Weiter mit Seite X-11:
In diesem Abschnitt legen John und Soden dar, dass Computermodelle generell der freien Troposphäre eine zu kalte Temperatur zuschreiben. Weiter führen sie aus, dass sich die vertikal integrierte Abweichung zum Mittelwert der globalen Temperatur gemäss AIRS mit zunehmender Höhe in der freien Troposphäre noch vergrössert, um schliesslich eine maximale Abweichung von 6°C (!) über den Extratropen (nördlich des Wendekreises) zu erreichen, und dies im Vergleich mit allen Beobachtungsnetzwerken.
“Auf der anderen Seite simulieren Computermodelle einen viel grösseren Feuchtigkeitsgrad in der freien Troposphäre. Im modellübergreifenden Durchschnitt beträgt der besagte Unterschied gegen 75% in der oberen Troposphäre, er kann aber durchaus bei individuellen Modellen einmal 200% übersteigen. Dies wiedergibt der grosse Unterschied von einem Modell zum andern. Unter den hier betrachteten Modellen variert der vertikal integrierte Unterschied in der freien Troposphäre (zwischen 850 und 200HPa) zwischen 4,89 und 24,64%. Tatsache ist, dass die simulierte freie Troposphäre sowohl zu kalt als auch zu feucht ist gegenüber den Beobachtungen. Somit müssen die mittleren Unterschiede der mangelnden Fähigkeit der Modelle zugeschrieben werden, die klimatologische Verteilung der relativen Häufigkeiten richtig zu simulieren. Die Gründe für dies Unterschiede sind unklar. Wir empfehlen daher für die Zukunft detaillierte Sensibilitätsstudien der Klimamodelle.”
Skepsis gegenüber Klimamodellen erlaubt
Die vertikale und horizontale, nach Klimazonen aufgeteilte, Verteilung der Atmosphäre inklusive Wasserdampf ist äusserst komplex. Das Wechselspiel von Sonne, Ozeane, Meeresströmungen, Wasserdampf, Wolken, Wind und Temperatur, zusammen mit vielen anderen einwirkenden Faktoren und Rückwirkungen ist aber das Minimum, das wir brauchen, bevor wir uns auch nur ansatzweise an Szenarien für eine Entwicklung der weltweit gemittelten Oberflächentemperatur heranwagen können , so wie sie in den IPCC-Berichten skizziert werden, nämlich in einem Zusammenhang mit einer vermuteten Verdoppelung des CO2-Gehalts der Atmosphäre bis 2100.
Aus diesem Grund können Sherwood, Keith und Craig Idso vom “Center for the Study of Carbon Dioxide & Global Change” (CO2-Science) nur noch folgende Bemerkung machen: “Wenn diese wundersamen Modelle nicht einmal das mittlere, jährliche, vertikale Temperaturprofil mit dem Wasserdampfgehalt in der heutigen Atmosphäre wiedergeben können, wie sollen wir dann an irgend etwas glauben, was sie für die Zukunft vorschlagen.”
Eine ähnlich gelagerte Studie von Roy W. Spencer et al. schaut dasselbe Problem der chaotischen Wechselwirkungen innerhalb des Weltklimas aus einem anderen Blickwinkel an. Gleich zu Beginn erwähnt die Spencer-Studie in Bezug auf die Niederschlagssysteme, die das Forschungsteam über den Tropen untersucht hat: “Die Niederschlagszonen produzieren sowohl Wolken, welche die Atmosphäre durch langwellige ‘Treibauseffekte’ erwärmen, und gleichzeitig die Erdoberfläche durch zurückgeworfenes, kurzwelliges Sonnenlicht (Schatten) kühlen. Jegliches Ungleichgewicht zwischen den beiden grossen Einflüssen können auf die globale Erwärmungszenarien verstärkende oder abschwächende Wirkungen haben.” [auch Chou and Lindzen, 2002; Soden und Held, 2006]. (feedbacks and the importance of short-term cicles by Roger Pielke Sr. Research Group News on Climate Science).
Dem Problem umfassend gewidmet hat sich auch Kerstin Schepanski von der ‘MATHEMATISCH - NATURWISSENSCHAFTLICHE FAKULTÄT DER CHRISTIAN-ALBRECHTS-UNIVERSITÄT ZU KIEL’
erstellt am INSTITUT FÜR MEERESWISSENSCHAFTEN, Forschungsbereich ’maritime Meteorologie’ - in ihrer ausgezeichneten Diplomarbeit unter dem etwas unspektakulären Titel
“Natürliche Variabilität der Wolken im Klimamodell”
Ziel ist es,Wechselwirkungen aufzuzeigen. Im Vergleich zwischen modellierter und beobachteter SST zeigen sich Abweichungen von bis zu 6 K [Hatten wir dies nicht schon mal?]. Ein Vergleich von Korrelationen zwischen Bedeckungsgrad und SST sowohl mit Modelldaten als auch mit Beobachtungsdaten zeigt jedoch, dass die Haupkorrelationsmuster vom Modell wiedergegeben werden. Jedoch können aufgrund der gröberen Auflösung im Modell kleinskalige Wechselwirkungen nicht im Detail wiedergegeben werden.” (Zitat aus der Zusammenfassung)
Besteht der Einfluss einer erhöhten Temperatur im Zusammenhang mit Wolkenbildungen und Auflösungen nicht gerade aus solchen kleinskaligen Wechselwirkungen? Auffallend ist zudem, dass während der kurzen Zeit von etwa 22 Jahren flächendeckenden Wolkenbeobachtungen die schattenspendenden tiefen Wolken eher abgenommen haben, besonders ab 1998, (siehe ISCCP GISS NASA). Gleichzeitig sind die Computermodelle immer von einer gleichmässigen durchschnittlichen Wolkenbedeckung ausgegangen. So schreibt Frau Schepanski auf Seite 29:
Ein Problem im Verständnis dieser natürlichen Klimavariabilität liegt in den noch unbekannten Auswirkungen von anthropogenen Klimafaktoren. Um zwischen natürlicher und antropogen erzeugter Klimavariabilität zu unterscheiden, reichen jedoch 20 Jahre Beobachtungsdaten nicht aus.
Kommt mir irgendwie bekannt vor. Trotzdem geben Computermodelle vor, dass das Zusammenwirken von mehr CO2 mit mehr Wasserdampf-Aufnahmefähigkeit einer wärmeren Atmosphäre eine auf ganze 3 - 4 ° C*) (im Schnitt)verstärkte Erwärmung bis 2100 bewirken soll. Dass dabei der Mensch an allem schuld ist, wird natürlich bereits vorausgesetzt. Die bestehenden Unsicherheiten werden totgeschwiegen, zum Teil auch im IPCC-Bericht. Das zwielichtige Bild passt gut zur oben abgebildeten “Twilight Zone”, welche die NASA entdeckt hat. “But hey, we are in climate business, anything goes! The science is settled - debate is over!” meint ghw von oekologismus.de dazu ironisch.
*) Fussnote gemäss Imput eines fachkundigen Kommentators:
1) Klimasensitivitaet. Das ist eine Zahl angegeben in K/W/m2, die angibt, was die Gleichgewichtsreaktion eines Klimamodells auf ein bestimmtes radiatives forcing ist. Der Mittelwert der Modelle liegt bei 0.7K/W/m2. Bei 2*CO2=3.8W/m2 erhaelt man eine mittlere Temperaturaenderung von 3K. Jedoch erst nach dutzenden, ja hunderten von Jahren, da das System sehr lange braucht ins Gleichgewicht zu kommen. Mit Sicherheit NICHT 2100. Fuer 2*CO2 liegen die Modelle bei 2-4.5°C und das schon seit vielen Jahren (daher mit Sicherheit nicht “neue” Richtzahl.
2) Die transiente Klimaresponse: Erwaermungsrate bei 1% CO2 Anstieg pro Jahr (wir liegen zur Zeit klar ueber den 1%).
3) Die Temperatur im Jahr 2100 bei realistischen Scenarios. Das ist die 1.1-6.4°C.




13 users commented in " Wissenschaft für Klimamodelle alles andere als geklärt "
Follow-up comment rss or Leave a Trackback1) Brian Soden ist einer der fuehrenden Klimamodellierer. Seine Arbeiten fuellen mehrere Seiten im IPCC. Hat er also seine eigenen Arbeiten nicht richtig verstanden, wenn sie so vernichtende Fakten zur Glaubwuerdigkeit der Modelle liefern, wie hier behauptet?
2) Die meisten Modelle liegen bei der vertikal integrierten Temperatur zwischen 0 und -1.5° Abweichung.
3) Das Thema von Sodens Paper (hast du ganz sicher gelesen?) ist natuerlich auch nicht, dass Modelle von Klimatologien abweichen. Das tun naemlich auch schon die unterschiedlichen Klimatologien. Es gibt bei all diesen Beobachtungen immer einen gewaltigen Fehlerbalken.
4) Die Frage, die Soden stellt (und die tatsaechlich sehr interessant ist), wenn die Modelle in der oberen Troposphaere nicht perfekt sind (und Modelle sind nie perfekt und Beobachtungen auch nicht), welche Auswirkungen hat das auf ihre Klimasensitivitaet?
Die Kombination: zu kalt, zu trocken (mehr oder weniger) fuehrt naemlich bei Klimaaenderungsexperimenten zu aehnlichen Ergebnissen. Ist es zu kalt, wird der negtaive Lapse Rate feedback ueberschaetzt, ist es zu trocken wird der positive Wasserdampffeedback ueberschaetzt. Sodens Figur 3 zeigt gerade, dass der kombinierte Feedback bei allen Modellen unabhaengig vom Fehler ist.
5) Schlussfolgerung: Duenne Skeptikersosse gegossen ueber einen interessanten Artikel, den ich noch nicht kannte. Dafuer und nur dafuer: Danke.
@JulesetJim
Danke für deinen Imput. Dazu kann ich nur Spezialisten zitieren.
Erstens, am besten zuerst Brian Soden selbst, aus
Annual Review of Energy and the Environment
Vol. 25: 441-475 (Volume publication date November 2000)
Also auf die wirklichen Wolken kommt es an. Da war noch gar kaum eine Rede davon im neuen Papier, nur “Humidity” im Modell.
Zweitens, Sherwood, Keith and Craig Idso:
To state that “water vapor and lapse-rate feedbacks in these models [our italics] are uncorrelated to the base-state biases in water vapor and temperature,” tells us something about the models alright, but not about the real world.
Die Hauptunsicherheit ist und bleibt die Entstehung von Wolken. Die tiefen Wolken, welche netto einen negativen Feedback auf die Erdoberflächentemperatur haben (zum Beispiel gemäss Roy Spencer) haben nachweislich in den letzten 15 Jahren weltweit eher abgenommen, was eigentlich eine dauernde Erwärmung erklären würde. In http://www.oekologismus.de wurde schon verschiedentlich auf den Rückgang von Aerosolen hingewiesen, auch als Kommentar unter dem neusten Beitrag. Meine skeptische Meinung bleibt daher: Ein Nachweis für einen positiven Feedback von Wasserdampf zusätzlich zum “reinen” modellierten CO2-Forcing scheint bis heute nicht nachgewiesen.
Ich habe mich auf einen von dir vermeintlich zusammengefassten Artikel bezogen. Die Zusammenfassung ist falsch, irrefuehrend und tendenzioes. Dass ausserdem irgendwer meint es gibt Probleme mit der Wolkenparametriesierung ist vielleicht interessant, aber erstmal nicht das Thema des Artikels. Es sei denn, alles ist immer Theme.
Der Wasserdampffeedback ist in mehreren Satellitenbeobachtungsdatensaetzen und insbesondere nach der Pinatubo Eruption beobachtet worden. Er ist bislang eindeutig mit den Modellen im Einklang. Siehe
Global cooling after the eruption of Mount Pinatubo: a test of climate feedback by water vapor.
[My paper] Brian J Soden , Richard T Wetherald , Georgiy L Stenchikov , Alan Robock
The sensitivity of Earth’s climate to an external radiative forcing depends critically on the response of water vapor. We use the global cooling and drying of the atmosphere that was observed after the eruption of Mount Pinatubo to test model predictions of the climate feedback from water vapor. Here, we first highlight the success of the model in reproducing the observed drying after the volcanic eruption. Then, by comparing model simulations with and without water vapor feedback, we demonstrate the importance of the atmospheric drying in amplifying the temperature change and show that, without the strong positive feedback from water vapor, the model is unable to reproduce the observed cooling. These results provide quantitative evidence of the reliability of water vapor feedback in current climate models, which is crucial to their use for global warming projections.
und siehe
Science. 2005 Nov 4;310 (5749):841-4 16210499
The radiative signature of upper tropospheric moistening.
[My paper] Brian J Soden , Darren L Jackson , V Ramaswamy , M D Schwarzkopf , Xianglei Huang
Climate models predict that the concentration of water vapor in the upper troposphere could double by the end of the century as a result of increases in greenhouse gases. Such moistening plays a key role in amplifying the rate at which the climate warms in response to anthropogenic activities, but has been difficult to detect because of deficiencies in conventional observing systems. We use satellite measurements to highlight a distinct radiative signature of upper tropospheric moistening over the period 1982 to 2004. The observed moistening is accurately captured by climate model simulations and lends further credence to model projections of future global warming.
Beides sind Model/Beobachtungsstudien und beide bestaetigen den Wasserdampffeedback (welcher im uebrigen auch einem Laien verstaendlich und einsichtig sein sollte).
Zu den Wolken erkllaere ich dir vielleicht bei anderer Gemlegenheit noch mal ein bisschen.
Bitte welche meine Aussage ist nach deinem Verständnis “falsch, irreführend und tendenziös?” Und welches ist “der Artikel”? Dieser Artikel hier beabsichtigt nicht, Brian Soden’s Arbeit zu kritisieren. Es ist aber schon so, dass ich Magnitüde der durch das Verbrennen von fossiler Energie verursachte globale Erwärmung in Frage stelle. Hier hat sich nach meinem Kenntnisstand Brian Soden zu Recht nicht festgelegt, sondern er arbeitet hart daran, die Unsicherheiten der Modelle zu vermindern.
Und ja, eine höhere Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit von wärmerer Luft ist bekannt. 30-gradige Luft mit 50% Luftfeuchtigkeit enthält meines Wissens mehr Wasserdampf als 20-gradige Luft mit 50% Luftfeuchtigkeit. Aber bei 100% Feuchtigkeit regnet dann auch mehr ab und kühlt die Erdoberfläche wieder (ok eine exakte Wolkenparametrisierung ist tatsächlich nicht das Thema von Soden et al.). Das ist dann eher das Thema von Roy Spencer.
Ich spreche vom Artikel von Brian Soden, der oben hier angeblich versuicht wurde zusammenzufassen. Die Aussage des Artikels ist, dass der bestehende cold bias der Modelle keinen Einfluss auf ihre Feedbacks hat. Davon findet sich hier absolut nichts.
Die naechsten Fettnaepfchen: Ginge die Luftfeuchtigkeit hoch, fuehrt dies mit Sicherheit nicht zu einer Abkuehlung sondern zu verstaerktem Treibhauseffekt und Kondensationswaerme.
Roy Spencer wiederum hat sein Leben noch nicht zur Wolkenparametrisierung gearbeitet oder mit Modellen ueberhaupt. Er ist aus einer Satellitengruppe.
Das ist eine sehr interessante Diskussion. Also du sprichst vom Hauptthema des Papers von Soden et al.
Temperature and humidity biases in global climate models and their impact on climate feedbacks heisst der Titel. Was du daraus sehen möchtest, kann ich nachvollziehen. Aber folgendes steht im Original-Paper von Soden et al:
. Ich nehme gerne Stellung zu deinen Fettnäpfchen. Bevor ein Modellierer die Wolken parametrisieren kann, muss er die Forschungsergebnisse der Satellitengruppe abwarten. Beim vertikalen Profil der wirklichen Atmosphäre ist Spencer einer der führenden Wissenschaftler.
Wir sind uns also mal einig, dass das mit der 100% Luftfeuchte nichts war und in der Tat du das falsche Vorzeichen angegeben hast (kaelter statt waermer).
Ich hasse es mich zu wiederholen: der wesentliche Punkt des Johns und Soden Paper ist, dass der Bias im Mean State KEINEN Einfluss auf die Sensitivitaet des Models hat.
Spencer ist mit Sicherheit keiner der fuehrenden Satellitenexperten, hoechstens sein Skeptikerkollege Christy ist es. Spencer ist Kreationist und nur in einigen Gruppen scheint das seine Kompetenz noch zu erhoehen. Sein Paper behandelt Wolkendynamik nach einem ENSO. Das ist in vielerlei Hinsicht etwas voellig anderes als die Frage der Klimasensitivitaet der Modelle und die Reaktion der Wolken auf die Klimaaenderung.Die Tatsache, dass er selbst diese Arbeit gerne als Bestaetigung fuer Lindzens Iris-Hypothese verkauft hat, laesst vermuten, er hat sein eigenes Paper nicht verstanden. Ein ENSO event ist eine quasi-periodische Schwingung des gekoppelten (Atm-Oce) Systems. Zirkulationsaendereungen (und einher gehende Wolkenbedeckungsschwankungen haben nichts mit den transienten Aenderungen zu tun, die wir als Reaktion auf das Treibhausforcing erwarten. Ein Vulkanausbruch wie der Pinatubo im oben zitierten Soden Science Paper ist zwar auch nicht die richtige Zeitskala (daher sind die Ergebnisse sicher vorlaeufig) aber zumindest ist das Strahlungsforcing TOA (top of the atmosphere) ungefaehr global. Ein ENSO Event aber hat absolut gar nichts damit zu tun. Spencer hat in seinen Presseerklaerungen nur ein Wind machen wollen oder aber die Sache ohnehin nicht ganz verstanden.
. Ganz im Gegenteil. Eine solche Antwort steht vielleicht in “How to talk to a Climate Sketpic” aber bei mir kommst du so nicht durch. Was geschah über dem durch El Nino und längerfristig durch mehr Sonneneinstrahlung und mehr Wasserdampf verursachte überschüssigen Wärmeenergie? Sie stieg höher hinauf. Ich erlebte das einmal in Eilat im September in den achtziger Jahre. Plötzlich kam da Hagel. Nun soll mir niemand sagen, das gäbe keinen Temperaturausgleich wenn durch die Wärmepumpe angetrieben plötzlich Eis herunter kommt. Im Extremfall sieht es dann so aus - in den Tropen!!! http://poorbuthappy.com/colombia/post/pics-of-the-hail-storm/ . Und plötzlich kann das Klima kippen. Zur Zeit liegt eine massive, zusammenhängende Schneedecke zwischen dem Osten der Türkei bis nach China. Mal sehen was der Albedo bewirkt. Ja, der Iriseffekt ist auch nicht vom Tisch. Weiter:
Du hast recht, das ist für mich zu abstrakt. Das verstehe ich nicht. Ich verstehe nur, dass dies etwas mit dem Modell aber nicht mit der wirklichen Athmosphäre zu tun hat. Und Soden sagt ja (sinngemäss) dass diese deine Feststellung für eine Sensitivitätsevaluation der Modelle nicht genügt. Aber könnte es sein, dass du selbst einen bias hast? Gegenüber Kreationisten wie Spencer scheinst du einen zu haben. Damit verlassen wir aber jegliche wissenschaftliche Diskussion. Nun die wirkliche “Kreation”, wie sie etwa von Spencer, Christy, Isdo, Pielke etwa beschrieben wird, die fragt nicht wie wir sie kategorisieren. Alles ist mit allem verwoben.
“Gegenüber Kreationisten wie Spencer scheinst du einen zu haben. Damit verlassen wir aber jegliche wissenschaftliche Diskussion. Nun die wirkliche “Kreation”, wie sie etwa von Spencer, Christy, Isdo, Pielke etwa beschrieben wird, die fragt nicht wie wir sie kategorisieren. Alles ist mit allem verwoben.”
Dast stimmt schon. Mit so einem Zeug faelltst du nicht nur bei mir sondern pars pro toto bei der immer noch von Aufklaerung getriebenen Wissenschaft in die Kategorie der Spinner.
Zurueck zum Thema: 100% relative Luftfeuchte statt der beobachteten 70-80% Luftfeuchte ergibt einen Treibhauseffekt der um Groessenordnungen wichtiger ist als alles was wir mit dem CO2 machen koennen. Das ergibt tatsaechlich schon ein back of the enveloppe Rechnung. Womit ich bei dir durchkomme ist ziemlich wurscht. Ich teile dir hier nur mit was die Wissenschaft sagt, du kannst ja weiter ins Blauen schwafeln. Dein Blogg.
Beides, ein kalter Sommer, ein Hagelsturm, ein zusammenhaengende Schneedecke, das ist alles Wetter und hat mit Klima kategorial rein gar nichts zu tun. Einzig ein mindestens dekadisches Forcing wie die Aerosole, Vulkanausbrueche, Solarschwankungen oder eben Treibhausgase haben einen Klimaeinfluss. “Und dann kippt das Klima” ist bestenfalls Bernd Eichinger.
Weiter Fehler in deinem “Text”: “Temperaturaenderung von 2-8°C” bis 2100. Wo kommen denn diese Zahlen her. Im TAR steht 1.4-5.8°C und im AR4 steht 1.1°C bis 6.4°C.
Ferner “Gleichzeitig sind die Computermodelle immer von einer gleichmässigen durchschnittlichen Wolkenbedeckung ausgegangen.” Wie kommst du denn auf den Bolzen? Natuerlich rechnen GCMs variierende Wolkenbedeckungen aus, undzwar mit Sicherheit im Zusammenhang mit dem leicht positiven Wolkenfeedback. Es kommt auch zu groesseren Verschiebungen zwischen Cirren und Stratocumulus. Kannst du selber aus dem obigen Link auf der CMIP seite nachschauen.
“dass das Zusammenwirken von mehr CO2 mit mehr Wasserdampf-Aufnahmefähigkeit einer wärmeren Atmosphäre eine auf ganze 3 - 4 ° C (im Schnitt) verstärkte Erwärmung bis 2100 bewirken soll.”
Was denn nun 2-8°C oder 3-4°C oder eh alles egal? Es ist doch nicht zu viel verlangt die korrekten Zahlen im IPCC nachzuschlagen oder zumindest koherent mit den eigenen Zahlen zu bleiben. 3-4°C riecht ein bisschen nach der Klimasensitivitaet bei 2*CO2. Haste vielleicht verwechselt mit der transienten Sensitivitaet bis 2100?
Und der groesste Unsinn:”Die bestehenden Unsicherheiten werden totgeschwiegen, zum Teil auch im IPCC-Bericht.”
Der AR4 ist voll mit Unsicherheitsanalysen. Solche Saetze lommen meist zustande, wenn man sich nichtmals den Text liest, den man kommentiert.
Unabhaengig was du ansonsten noch an Meinungen zu dem Thema hat, dein Text kriegt ein glatte 6 von mir. Schlecht geschrieben, schlecht recherchiert, tendenzieos ausgewaehlt. Setzen.
Zur Sache, Herr Professor:
Roy W. Spencer et al.2007 [auch Chou and Lindzen, 2002; Soden und Held, 2006]. (feedbacks and the importance of short-term cicles by Roger Pielke Sr. Research Group News on Climate Science). Das sagt die Wissenschaft in bezug auf Niederschlagszonen. Das Klima besteht eben aus vielen Niederschlagszonen. Meine Beispiele waren auch Wetterphänomene (100% Luftfeuchtigkeit, etc.), die sich etwa häufen könnten, wenn wie die Modelle sagen die obere Troposhäre feuchter würde. Das waren nur Beispiele. Wie auch “dann kippt das Klima” eine Möglichkeit in einem chaotischen System ist. Das PIK gibt eine ganze Liste von solchen Tipping Points, aber eben nur antropogene (zum Teil auch absurde). Bis 2005 war etwa noch die Unterbrechung des Golfstromes Trumpf. Es ist auch neuerdings auch die Rede vom Kippen von Strömungsverhältnissen in der Arktis (natürlich oder antropogen ist nicht bestätigt). Das ist was in den Medien herumgetragen wird, wie auch 2-8° Erwärmung bis 2100, bei einer Verdoppelung von CO2, oder kombiniert. - Dies ist ein skeptischer Blog, der zusammenträgt was über die Medien verbreitet wird und ich versuche dann zu vergleichen was effektiv in gewissen Papers steht. Dann habe ich 3-4° “im Durchschnitt” gesagt. Diese Zahl liegt ja auch schön in der Mitte, gelesen bei Climateaudit.org als ungefährer neuer “Richtwert” bei Klimamodellen. Ein anderer Grund warum ich die Zahlenpaare so gewählt habe ist der Anspruch der ein Konsens von Modellen sugerieren soll, dass nämlich wie du sagst der Wasserdampf-Feedback immer positiv zum CO2-Forcing dazukommt - in den Modellen. Ich hatte auch gelesen, dass bei einer Verdoppelung von CO2 ohne jegliche Berücksichtigung von Feedbacks sich die Temperatur um ca 1° erhöhen würde, Ich hätte wohl noch präzisieren können, was AR4 sagt und dass diese Bandbreite von Szenarien alle von einem positiven Wasserdampf-Feedback (auch nach Abzug von negativen wie Aerosolen) ausgehen. Dann, die transiente Sensitivität bis 2100 könnte ja mit einer Verdoppelung der CO2-Konzentration zusammentreffen. Wer weiss das schon heute?
Dann mein Kommentar “Gleichzeuitig sind die Computermodelle immer von einer gleichmässigen durchschnittlichen Wolkenbedeckung ausgegangen.” habe ich vom obigen “Kerstin Schepanski” Paper. Ein Meteorologe konnte meine Aussage bestätigen, dass nämlich die Modelle von den wirklichen Wettermustern eingeholt wurden. Eine kontinuierliche Abnahme der globalen Wolkenbedeckung um ca. 4% wie sie etwa während der letzten 15 Jahren stattgefunden hat und der Effekt derselben wurde von den bisherigen Modellen noch nicht aufgenommen. Und dass auch 20 Jahre Satelitenbeobachtungen (mittlerweile 25?) nicht ausreichen, um bei solchen Phänomenen den Unterschied zwischen natürlichen und antropogenen Forcings herauszukristallisieren, das habe ich ja im meinem Blog erwähnt.
. Oder hätte ich sagen sollen: Sie fanden keine Aufnahme im IPCC-Bericht? Ja. Das wäre höflicher gewesen. Ich denke da an eine Klarstellung im AR4 der neusten Erkenntnis, dass ein Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Häufigkeit und Intensität von tropischen Stürmen mit dem Verbrennen von fossiler Energie nicht hergestellt werden konnte. (Das hat ein gewisser skeptischer Wissenschaftler öffentlich bemängelt). Das liest man halt so bei Climateaudit. Ich habe die Unsicherheitsanalysen im AR4 gesehen. Die überzeugen auch soweit ich sie gelesen und verstanden habe. Eigentlich wurde ich in meiner skeptischen Haltung gerade durch doe Lektüre des AR4 bestätigt. Aber ich gebe zu, den ganzen habe ich nicht durchgelesen. Was ich gelesen habe reicht aber für diesen Post, meine ich. Es gibt Ungleichgewichte in den IPCC-Berichten. Ist ja auch menschlich. Der TAR oder der AR4 erheben auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dieser Blog hier erhebt übrigens auch keinen Anspruch auf Political Correctness.
Es geht froehlich weiter:
“Das PIK gibt eine ganze Liste von solchen Tipping Points, aber eben nur antropogene (zum Teil auch absurde). ” Tipping points sind entweder im System oder eben nicht vorhanden. Was ein “anthropogener tipping point” ist, weiss ich nicht. Das Klima des Holozaen ist aussergewoehnlich stabil. So schlimm kann es also nicht sein mit diesen TPs. Vor allem scheint doch sehr sehr unwahrscheinlich, dass solche tipping points durch natuerliche Variationen ueberschritten werden. Das letzte groessere Event in diesem Sinne war vielleicht das 8.2 kyr Ereignis beim Durchbruch des Lake Agazis. Das war’s aber auch.
“Das ist was in den Medien herumgetragen wird, wie auch 2-8° Erwärmung bis 2100,”
Das heisst es gibt keinerlei Beleg fuer eine solche Aussage.
“Dann habe ich 3-4° “im Durchschnitt” gesagt. Diese Zahl liegt ja auch schön in der Mitte, gelesen bei Climateaudit.org als ungefährer neuer “Richtwert” bei Klimamodellen.”
Keine Ahnung was ein Richtwert bei Klimamodellen ist und was vor allem der neue Richtwert sein soll. Du bringst offensichtlich mehrere Zahlen durcheinander.
1) Klimasensitivitaet. Das ist eine Zahl angegeben in K/W/m2, die angibt, was die Gleichgewichtsreaktion eines Klimamodells auf ein bestimmtes radiatives forcing ist. Der Mittelwert der Modelle liegt bei 0.7K/W/m2. Bei 2*CO2=3.8W/m2 erhaelt man eine mittlere Temperaturaenderung von 3K. Jedoch erst nach dutzenden, ja hunderten von Jahren, da das System sehr lange braucht ins Gleichgewicht zu kommen. Mit Sicherheit NICHT 2100. Fuer 2*CO2 liegen die Modelle bei 2-4.5°C und das schon seit vielen Jahren (daher mit Sicherheit nicht “neue” Richtzahl.
2) Die transiente Klimaresponse: Erwaermungsrate bei 1% CO2 Anstieg pro Jahr (wir liegen zur Zeit klar ueber den 1%).
3) Die Temperatur im Jahr 2100 bei realistischen Scenarios. Das ist die 1.1-6.4°C.
Nimm also in Zukunft praezise zu einem der drei Zahlen Stellung und nicht irgendein Gedoens aus der Zeitung, die du dann auch noch verlegst.
“Ein Meteorologe konnte meine Aussage bestätigen, dass nämlich die Modelle von den wirklichen Wettermustern eingeholt wurden. Eine kontinuierliche Abnahme der globalen Wolkenbedeckung um ca. 4% wie sie etwa während der letzten 15 Jahren stattgefunden hat und der Effekt derselben wurde von den bisherigen Modellen noch nicht aufgenommen.”
Ich habe keine Ahnung was der Satz bedeuten soll. “der effekt wurde nicht aufgenommen”???? Bist du sicher, dass du weisst wie ein GCM funktioniert?
“Oder hätte ich sagen sollen: Sie fanden keine Aufnahme im IPCC-Bericht? Ja. Das wäre höflicher gewesen. Ich denke da an eine Klarstellung im AR4 der neusten Erkenntnis, dass ein Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Häufigkeit und Intensität von tropischen Stürmen mit dem Verbrennen von fossiler Energie nicht hergestellt werden konnte.”
Das ist schlicht und einfach erlogen. Kein Kapitel ist im AR4 vorsichtiger formuliert als das ueber den Zusammenhang von Climate Change und tropischen Stuermen. Pielke jr hat das Kapitel ausdruecklich gelobt, Du redest erneut ueber etwas, was du NICHT gelesen hast.
“Dieser Blog hier erhebt übrigens auch keinen Anspruch auf Political Correctness.”
Die “Political Correctness” dieses Blogs ist mir ziemlich Schnuppe. Die Physical Correctness ist allerdings zum Erbarmen.
Dankeschön für die unter 1), 2), 3) erläuterten Szenarien. An der “Physical Correctness” ist mir sehr viel gelegen. Das Problem als Laie ist: Wem soll man glauben. Der AP4 ist tatsächlich eine solide Basis, um überhaupt mitreden zu können und a) Aussagen im AP4 mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vergleichen und b) Basiswissen, um Medienberichte zu beurteilen. Ich stelle fest, dass es sich lohnt, das IPCC-Kapitel 8 “Climate Models and Their Evaluation” gründlich zu studieren und nicht nur die Claims im Executive Summary. Auch dem AP4-Claim “Climate change is likely to lead to increased intensity of tropical storms” werde ich nachgehen und nicht nur Aussagen eines führenden Skeptikers nachsagen (war ja auch nicht Thema dieses Artikels).
Was meinen Blog Post betrifft, habe ich geprüft, ob ich die Aussagen mit gutem Gewissen so stehen lassen kann. Im Moment ist da so, da meine Kernaussagen nach meinem jetzigen Wissensstand und durch deinen bisherigen Imput nicht tangiert werden. Ich komme nach meinen Hausaufgaben gerne darauf zurück.
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Update 26 Jan:
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Die obigen, freundlicherweise präzisierten, drei Klimaszenarien habe ich als Fussnote im Artikel eingefügt. Weitere Änderung: Einfügung eines Untertitels, damit das Unterthema des Papers von Soden et al. klar abgegrenzt ist von den übrigen Ausführungen. Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Betreffend meine “Hausaufgaben” dürfte dies das Thema für weitere Posts sein, sobald ich die Zeit dazu finde und das Kleingedruckte und die Fussnoten alle beisammen habe. Was ich da sehe, bestärkt mich in der Besorgnis, auf das vorauf wir Menschen heute bauen.
@JulsetJim
Die obigen, freundlicherweise präzisierten, drei Klimaszenarien habe ich als Fussnote im Artikel eingefügt. Weitere Änderung: Einfügung eines Untertitels, damit das Unterthema des Papers von Soden et al. klar abgegrenzt ist von den übrigen Ausführungen. Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Betreffend meine “Hausaufgaben” dürfte dies das Thema für weitere Posts sein, sobald ich die Zeit dazu finde und das Kleingedruckte und die Fussnoten alle beisammen habe. Was ich da sehe, bestärkt mich in der Besorgnis, auf das vorauf wir Menschen heute bauen.
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