RSS Mikrosensoren: Temperatur tendiert kühler gegenüber Bodenmessstationen
Die obige Graphik gibt den Effekt der Revision der Temperaturgeschichte des mit Mikrosensoren ausgestatteten Satellitennetzwerkes von Remote Sensing Systems (RSS MSU) wieder. Blau schattiert sind die Korrekturen nach oben ersichtlich, und die dunkelgelben Ränder folgen den Korrekturen nach unten. Das Ergebnis ist eine gesamthaft reduzierte Erwärmung der untersten Luftschichten (lower troposphere) von 0,159°C pro Dekade gegenüber 0,169°C noch im September.
Somit rücken die fünf verschiedenen Messnetze, welche die Globaltemperatur ermitteln, näher zusammen. Vor 2003 waren die verschiedenen Temperaturkurven noch so weit auseinander: “all over the place” (see “reasononline”). John Christy” hielt damals, nach der UAH-Revision 2003, seinerseits in einem E-mail an ”reasononline” trocken fest: “The previous linear extrapolation indicated a temperature of +0.9 C +/- 0.5 C in 2100, the new data indicate a temperature of +1.2 +/- 0.5 C.” Diese Extrapolation der Temperatur bis 2100 entsprach einer Erwärmung von 0,12° pro Dekade. Im Selben Jahr machte Konkurent RSS Korrekturen nach oben. “Reasononline” erklärte: “However, the Remote Sensing Systems team has made some additional adjustments, such that their global trend is 0.193 degrees per decade. Christy and Spencer disagree with those additional RSS adjustments, but acknowledge that it’s an open scientific question which team is correct.” Also hatten wir damals die Wahl zwischen einem Erwärmungstrend von 0,12° und 0,193° C pro Dekade in dieser offenen wissenschaftlichen Frage, welches Team besser misst.
Diese offene Frage verleitete Mears et al., 2003 dazu, die Spencer & Christy-Version öffentlich zu kritisieren in einer Arbeit, in der sie eigene Trends für eine separat erhobene Atmosphärenschicht in 4000 – 7000 Metern Höhe berechneten. Das Paper bestärkte RSU-MSU in der Annahme einer akzentuierteren Erwärmung der Troposphäre gegenüber den Land-Ocean-Indexe der Bodenmessnetze.
Fünf Jahre sind vergangen, und die beiden Satelitenmesseinheiten schienen weiterhin gegeneinander zu arbeiten. Doch dieses Mal krebsten Carl Mears und Frank Wentz von Remote Sensing Systems einen Schritt zurück. Sie mussten deren eigenen, übertriebenen Erwärmungstrend nach unten korrigieren. Die neuen Dekadentrends der verschiedenen Temperaturreihen, nach Korrektur per Oktober 2008, belaufen sich wie folgt:
Satelliten:
UAH + 0,127/Dekade (unverändert)
RSS + 0.159/Dekade (alt + 0,169)
Bodenmessnetze:
Giss + 0,161/Dek.
HadCrut3 + 0,16/Dek.
NCDC + 1,627/Dek.
Extrapoliert man den gemittelten Temperaturtrend der fünf Messnetze auf 100 Jahre, so erhält man eine Erwärmung von + 1.54°C in 100 Jahren, immer in der Annahme dass sich die Temperaturentwicklung der letzten 30 Jahre fortsetzen würde. Siehe unten die neue, synoptische Temperaturgeschichte, in der diesmal auch die wichtigsten Vulkane eingeblendet sind. Daraus ist ersichtlich, dass die beiden Satelitenmessungen sich etwas näher kommen und dabei erstmals einheitlich eine schwächere Erwärmung als die Messungen am Boden signalisieren.
Die obige Graphik wurde per 17. November aktualisiert und trägt daher der korrigierten Version der von Giss-Nasa ursprünglich falsch veröffentlichten Oktoberdaten Rechnung (fünftwärmster, nicht wärmster Oktober bisher).


