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Ist Bio-Kraftstoff verantwortlich für Lebensmittelkrise?

Jean Ziegler, der Uno-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, hatte Recht behalten wenn er seit Oktober 2007 immer wieder zu einem 5-jährigen Moratorium für die Produktion von Bio-Kraftstoff aufgerufen hatte.Während Ziegler die Motive zu deren Produktion als legitim bezeichnete, sagte er aus, dass “die Auswirkung einer Umwandlung von Hunderttausenden von Tonnen Mais, Weizen, Bohnen, Palmöl, in landwirtschaftlich geförderten Kraftstoff katastrophale Folgen für die hungernden Menschen hat.”Der Weltpreis von Weizen hat sich innert eines Jahres verdoppelt, und der Preis von Mais hat sich vervierfacht, was es arme Länder, besonders in Afrika, verunmöglicht, die importierte Nahrung zu bezahlen, um ihre Menschen zu ernähren. Und arme Menschen in diesen Ländern können die steigenden Preise der Nahrungsmittel, die da hereinkommen, nicht bezahlen, fügte Ziegler hinzu.”Darum ist es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit”, landwirtschaftlich genutztes Land für Biosprit zur Verfügung zu halten, sagte Ziegler während einer Pressekonferenz.  ”Was gestoppt werden muss…die sich wachsende Katastrophe des Hungermassakers in der Welt”, sagte er.

Als Beispiel sagte er, dass es  250 Kilo Mais bedarf, um eine Tankfüllung Ethanol zu produzieren. Eine solche Menge Mais könnte ein Kind in Sambia oder Mexiko während eines jahres ernähren, sagte er.

Benjamin Chang, ein Sprecher der U.S. Mission der Vereinten Nationen, erwähnte dass die Bush Administration Biosprit nicht als eine Bedrohung für die Armen betrachtete. 

”Es ist klar dass wir eine Verpflichtung zur Entwicklung von Bio-Kraftstoffen haben,” sagte Bush damals. ”Es ist genauso klar, dass wir uns verpflichtet haben, als führender wirtschaftlicher Entwicklungshelfer weltweit Armut zu bekämpfen.”

Lesen Sie den ganzen Artikel hier. Nun, es wäre unfair, alleine der Bush-Administration die Schuld in die vielen Schuhe zu schieben. Stand sie doch unter enormem Druck, endlich etwas zur Errettung des Planeten Erde vor den Folgen der globalen Erwärmung zu tun, nachdem die USA ja das Kyoto Protokoll nicht unterzeichnet hatten. Der internationale Druck zu sogenannt “karbonneutralen” Alternativen zur Verbrennung von fossilen Energieträgern war immens.

Biosprit-Programme und Rohstoffspekulationen beeinträchtigen die Versorgung von Grundnahrungsmittel weltweit

Ein paar Monate später, letzten Februar, wurde die weltweite Lebensmittelknappheit offensichtlich, als die asiatische Zeitung “The Stright Times” über eine drohende, weltweite Reisknappheit berichtete. (siehe vorangehenden Beitrag). Zu jener Zeit scheinte Biosprit noch nicht das Thema zu sein, sondern führende Medien machten die globale Erwärmung mit seinen Dürren und auch Misswirtschaft oder künstliche Knappheit durch Hortungskäufe der Händler in verschiedenen Ländern – meist zu Recht – mit verantwortlich.

Nochmals zwei Monate später sehen wir jetzt das ganze Bild klarer: Die prestigeträchtigen, subventionierten Biosprit-Programme, aus den landwirtschaftlichen Erzeugnissen Weizen, Mais und Sojabohnen in den USA, Brasilien und der Europäischen Union haben sich als wesentliche zusätzliche Preistreiber für Grundnahrungsmittel erwiesen. Der folgende Artikel beschreibt (auf Englisch), wie ein ganz kleiner, freier Teil des Weltmarktes von Spekulanten und Regierungen ausgenutzt wurde, um aus der sich abzeichnenden Knappheit Profit zu ziehen. Zu einer Zeit, als in Folge von Missernten und Krisen etwa in Australien, Vietnam und Afrika, sowie durch die neue Mittelschicht in China und Indien die Nachfrage nach amerikanischem Weizen stark anstieg, führte die subventionierte Zuteilung von Biosprit-Zonen zu einem weiteren Preisschub, der inzwischen auf 20-30% der Weltmarktpreise geschätzt wird. Die Verbrennung eines stark zunehmenden Anteils von Weizen und Mais als Bio-Kraftstoffe, etwa Bio-Ethanol, brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Read this excellent arcticle by the economist here.

Posted on May 4th, 2008 by Climate Patrol  |  1 Comment »